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Schnurgerüst – Aufbauanleitung für Selbstbauer

 

Das Schnurgerüst, auch Schnurbock genannt, sichert die Lage der Außenkanten bzw. Hauptachsen des Gebäudes während des gesamten Rohbaus. Als weiteren Service bieten wir einen Selbstbausatz – Schnurgerüst an. Dieser kann bei uns direkt abgeholt werden oder nehmen Sie unseren Lieferservice in Anspruch. Natürlich können wir Ihnen auch das Schnurgerüst liefern und aufbauen.

Schnurgerüst Aufbauanleitung

1. Zuerst muss die Position des Hauses bestimmt werden. Die ungefähre Position kann man z. B. mit Sand kennzeichnen um die Ausrichtung und die Abstände zu überprüfen.

2. Anschließend werden, in einem Abstand von 100cm zu den Ecken, die ersten 3 Pflöcke eingeschlagen. Die Pflöcke sollten ca. 50cm in den Boden geschlagen werden (etwas Anspitzen hilft)

3. Danach werden die weiteren Pflöcke ungefähr parallel zu den Seiten des Hauses eingeschlagen.

4. Die Pflöcke sollten lotrecht stehen.

5. An den Pflöcken wird in Höhe von ca. 50cm über der geplanten Oberkante des Unterbaus,
bzw. des Fundamentes eine Markierung angebracht.

6. Die Bretteroberkante soll mit der Markierung an den Pflöcken abschließen.

 

7. Die Bretter müssen waagerecht auf gleicher Höhe angebracht werden.

 

8. Die Schnurböcke müssen für jede Hausecke analog hergerichtet werden.

 

9. Ein Vermessungsbüro markiert bei der Feinabsteckung die Hausecken miliimetergenau mit
Hilfe von Nägeln auf dem Schnurgerüst.

 

10. Ein Vermessungsbüro markiert bei der Feinabsteckung die Hausecken miliimetergenau mit
Hilfe von Nägeln auf dem Schnurgerüst.

 

Als weiteren Service bieten wir einen Selbstbausatz – Schnurgerüst an. Dieser kann bei uns direkt
abgeholt werden oder Sie nehmen unseren Lieferservice in Anspruch. Natürlich können wir Ihnen
auch das Schnurgerüst liefern und aufbauen.

Hier können Sie die komplette Schnurgerüst-Aufbauanleitung als PDF herunterladen.

 

 

Schnurgerüst

Bevor ein Gebäude gebaut werden kann, wird ein sogenanntes Schnurgerüst, auch Schnurbock genannt, errichtet, um die genaue Position auf dem Grundstück abzustecken. Es handelt sich also um eine der ersten Handlungen auf einer Baustelle und bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen. Dazu werden die Architekturpläne und der Lageplan genutzt, um das künftige Gebäude sowohl lagemäßig, als auch höhenmäßig so exakt wie möglich zu übertragen. Dadurch wird nicht nur der korrekte Bau gewährleistet, sondern auch die Einhaltung der Grenzabstände, die in der Baugenehmigung festgelegt sind. Bei größeren Bauvohaben werden vom Planer häufig zusätzliche Absteckpläne erstellt.

Bevor das Schnurgerüst gefertigt werden kann, wird zunächst die Grobabsteckung vorgenommen, mit der die Lage der Arbeiten vor Ort festgelegt wird.

Der Aufbau des Schnurgerüsts ist Teil der Feinabsteckungen im Bereich der Gebäudeabsteckungen. Diese werden nach dem Ausheben der Baugrube vorgenommen. Dafür wird der Bereich mit Pflöcken abgesteckt und durch Schnüre verbunden. Das Schnurgerüst zeigt nicht nur an, wo das Gebäude gebaut werden soll, sondern auch in welcher Höhe sich das Fundament befinden soll.

Manchmal wird in der Baugenehmigung sogar festgesetzt, dass das Schnurgerüst vom Bauamt überprüft und abgenommen werden muss. Ein Mitarbeiter des Bauamts überprüft die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück und die Höhenlage, indem er diese mit der Baugenehmigung abgleicht. Aber auch ohne Festsetzung in der Baugenehmigung hat das Schnurgerüst eine wichtige rechtliche Bedeutung, da damit öffentlich dargestellt wird, wo genau der geplante Bau stattfinden wird. Es dient außerdem als Beweismittel, wenn es zu Fehlern in der Höhenlage oder bei den Abmessungen der Bodenplatte kommt. Das verfrühte Entfernen des Schnurgerüsts käme demnach dem Entfernen von Beweismitteln gleich. Das Entfernen der Schnurböcke vor Vollendung der Bodenplatte kann daher sogar strafrechtliche oder zivilrechtliche Folgen haben.

 

Die Einmessung der Schnüre

Für die Einmessung der Eckpunkte für ein Schnurgerüst sollte in der Regel ein Vermessungsbüro beauftragt werden, da die Konstruktion mit geringen Toleranzen, von bis zu 2,5 mm vorgenommen werden sollte. Die Einmessung wird normalerweise mit einem Tachymeter durchgeführt, vor allem, wenn es sich um große und komplexe Baustellen handelt. Die Schnurböcke werden dabei so angeordnet, dass sie die Bauarbeiten nicht behindern können, deshalb befinden sie sich meistens ca. 1–2 Meter außerhalb der späteren Gebäudekanten und oberhalb der Baugrube. Der Rohbauunternehmer haftet für die korrekte Positionierung und sollte dies daher Vermessungsingenieuren überlassen. Das Einmessen des Schnurgerüsts wird über vorher definierte Ausgangspunkte vorgenommen, deren Werte, sowie die Maße des Gebäudegrundriss in den Tachymeter übertragen werden. Durch dieses Vorgehen wird eine hohe Genauigkeit beim Einmessen von einem Schnurgerüst sichergestellt.

Für das Schnurgerüst werden zu Beginn in einem Abstand von einem Meter zu den Ecken des künftigen Gebäudes drei Pflöcke eingeschlagen. Danach folgen die restlichen Pflöcke, welche alle lotrecht stehen sollten. Über der geplanten Oberkante des Unterbaus werden an den Pflöcken Markierungen angebracht und Holzbretter befestigt. An einer Hauskante stehen nun jeweils drei Pflöcke, die mit zwei waagerecht und im rechten Winkel angebrachten Holzbrettern verbunden werden. Nachdem die Außenwände abgesteckt wurden, verlaufen die Schnüre an Nägeln befestigt nun von Ecke zu Ecke. Die Nägel sollten auf Höhe der Markierung angebracht werden. Diese verlaufen parallel zu den Außenwänden. Die Markierung dient hier als Richtlinie für die Nägel und sorgt außerdem auf Dauer für eine hohe Genauigkeit, falls sich die Nägel minimal bewegen oder doch mal entfernt werden müssen. Abhängig von dem Schnurgerüst befestigt der Rohbauunternehmer normalerweise dazu parallel verlaufende Schnüre, die die Rücksprünge der Betonplatte berücksichtigen. Bei rechtwinkligen Gebäuden wird die Länge der Diagonalen geprüft. Diese müssen gleich lang sein.

Das Schnurgerüst darf erst entfernt werden, wenn die Bodenplatte gegossen wurde. In anderen Ländern wie bspw. der Schweiz, wird mit dem Schnurgerüst sogar die Höhe des geplanten Gebäudes dargestellt. Diese Art von Gerüst nennt sich Bauspann, welcher es möglich macht den gesamten Umfang des Gebäudes zu visualisieren. Das Schnurgerüst hingegen wird vorrangig zur Eingrenzung der Außenkanten erstellt und ist ungefähr einen Meter hoch.

Bei größeren Bauwerken und hoher erforderlicher Präzision führen wir auch gerne baubegleitende Absteckungen auf einzelnen Stockwerken durch.

 

Das Schnurgerüst und die Höhe des Gebäudes

Nicht nur die Position des Gebäudes, sondern auch die Höhe spielen eine wichtige Rolle beim Bau. Die exakten Höhenangaben des Fundaments werden an allen Dreiecksböcken festgelegt. Dazu können verschiedene Messgeräte verwendet werden, wie ein Rotationsmesser, ein Nivelliergerät oder auch traditionell eine Schlauchwaage. Die exakte Höhe wird anhand der Höhe des Meeresspiehels (Normal Null) festgelegt. Außerdem dient ein Bezugspunkt für das Gebäude, der frei festgelegt wird, als Fixpunkt. Normalerweise handelt es sich hier um die Oberkante des fertigen Fußbodes. Dadurch wird sichergestellt, dass die Höhe des Schnurgerüsts mit den Angaben im Bauplan übereinstimmt.

 

Die Kosten für ein Schnurgerüst

Die Kosten für die Erstellung eines Schnurgerüsts hängen von dem Umfang der Leistungen ab. Je mehr Gebäudeecken geplant sind, desto mehr Schnurblöcke müssen aufgestellt werden. Ist außerdem auf die Einhaltung des Grenzabstands zu achten, sind zusätzliche Arbeiten für die Einhaltung der Grenzabstände notwendig.

 

Das Schnurgerüst – Häufige Fehler

Die Erstellung eines Schnurgerüsts zählt zu den Nebenleistungen für Rohbauarbeiten und sollte demenstrechend professionell umgesetzt werden. Die Beauftragung eines Vermessungsbüros ist daher empfehlenswert, besonders, wenn das Schnurgerüst in der Baugenehmigung festgesetzt ist. In diesem Fall wird es von einem Mitarbeiter aus dem Bauamt überprüft und abgenommen.

Falls Sie Ihr Schnurgerüst dennoch gerne selber aufbauen möchten, dann sollten Sie einige Fehler vermeiden, die oft vorkommen. Dachlatten und Pfosten sind nicht für den Aufbau eines Schnurgerüsts geeignet. Deswegen bieten wir Ihnen einen Selbstbausatz mit hochwertigen und robusten Materialien an. Sie sollten außerdem darauf achten, dass die Pflöcke ca. 50 cm tief in den Boden gesteckt werden, um ausreichend Stabilität zu bieten. Einige haben auch schon auf Holzverbindungen zwischen den Pflöcken verzichtet und nur einzelne Pflöcke aufgestellt und diese mit den Schnüren verbunden. Oder es werden bereits genutzte, alte Holzlatten als Verbindung genutzt, welche aber ebenfalls nicht mehr geeignet sind. All diese Fehler führen schnell dazu, dass das Schnurgerüst instabil wird und es zu Verschiebungen kommt.

 

Unser Schnurgerüst für Selbstbauer

Wir bieten Ihnen neben unseren Leistungen im Bereich Schnurgerüstbau auch einen Selbstbausatz und eine Aubauanleitung, mit der Sie Ihr Schnurgerüst ganz leicht selber erstellen können. Beachten Sie allerdings, inwiefern das Schnurgerüst in der Baugenehmigung erforderlich ist. Gegebenfalls sollten Sie den Aufbau Ihres Schnurgerüsts professionellen Vermessungsingenieuren überlassen, die den vorgegebenen Toleranzbereich nicht überschreiten.

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