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Digitale Gebäudemodellierung als krisensichere Innovation

Derzeit hat die Bau- und Gebäudebranche es aufgrund der Corona-Krise nicht leicht. Jedoch ist klar geworden, dass es ohne den hohen Stellenwert des Internets noch viel schwieriger wäre, weiterhin im Geschäft zu bleiben. Bauherren, Immobilienfirmen und Bauexperten sollten die aktuelle Lage daher zum Anlass nehmen, sich mit weiteren digitalen Arbeitsweisen bekannt zu machen.

Ein Beispiel für eine digitale Lösung, die vor der aktuellen Krise bereits im Kommen war, nun aber sprunghaft wichtiger geworden ist, ist das Building Information Modeling (BIM). Auf Deutsch ist diese Technik als Bauwerksdatenmodellierung bekannt. Es handelt sich um einen intelligenten Prozess, der mithilfe von 3D-Modellen Informationen und Werkzeuge für den Bau von Gebäuden darstellt. Sowohl für Architekten als auch Ingenieure und Bauunternehmen ist BIM eine wichtige Visualisierung. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Einsatzmöglichkeiten der digitalen Modellierung von Gebäuden.

Einsatzbereiche für die Bauwerksdatenmodellierung

Der klassische Einsatzbereich von BIM ist die vernetzte Planung von Gebäuden. Dabei kümmern sich der Architekt sowie Ingenieure darum, alle relevanten Daten des geplanten Bauwerks digital zu modellieren.
So ist es möglich, am Computerbildschirm das fertige Gebäude mit all seinen Eigenschaften zu visualisieren. Eventuelle Planungs- und Designfehler werden dabei direkt deutlich. Auch für die Zusammenarbeit mit dem Endkunden ist BIM sehr hilfreich.

Darüber hinaus lässt sich die digitale Modellierung von Gebäuden auch für größere Projekte im Bauwesen, im Städtebau, im Straßenbau, im Wasserbau, in der Architektur oder sogar im Eisenbahnbau einsetzen. Selbst in den Bereichen Haustechnik, Tiefbau, Geotechnik und Facility Management ist die Modellierung mit BIM inzwischen verbreitet. Da die Corona-Pandemie viele nötige Besichtigungen und Planungstreffen ausfallen lässt, stellt die digitale Bauwerksdatenmodellierung eine gute Möglichkeit dar, gemeinsam digital an Gebäuden und Bauprojekten zu arbeiten.

Ein schwerer Start für die schöne neue BIM Welt

Die BIM-Methode trifft in der Immobilienbranche auf große Resonanz. Vor der Corona-Krise war sie noch nicht weit verbreitet, was unter anderem an Skepsis vor der digitalen Arbeitsweise lag. Jedoch haben die neuen Entwicklungen in der Branche dazu beigetragen, die Vorteile und Effizienz der BIM-Methode schnell zu verbreiten. Inzwischen sind zahlreiche Unternehmen in Deutschland von der digitalen Variante der Gebäudeplanung überzeugt.

Ein wichtiger Wendepunkt für die digitale Gebäudemodellierung in Deutschland war jedoch die Messe digitalBAU, die im Februar 2020 in Köln stattfand. Gerade noch rechtzeitig vor dem Lock-Down konnten Fachbesucher sich unter anderem von der Digitalisierung der Baubranche überzeugen. Die dann folgende Situation half dabei, der Branche eindrücklich zu verdeutlichen, welchen Wert die Digitalisierung vieler Arbeitsschritte haben kann.

Neue Möglichkeiten dank digitaler Gebäudemodellierung

Ein weiteres wichtiges Event, das die Digitalisierung der Baubranche vorangetrieben hat, war die BIM World. Diese Messe fand bereits im November 2019 in München statt. Der Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, nannte die folgenden Möglichkeiten für den Einsatz von BIM:

  • Einbinden der Immobilie in die Kreislaufwirtschaft
  • Übertragung von gefährlichen oder anstrengenden Tätigkeiten an Maschinen
  • Erhöhte Attraktivität als Arbeitgeber
  • Verbesserte Produktivität
  • Digitale Zusammenarbeit
  • Einhaltung von Zeitplänen durch wesentliche Zeitersparnisse

Gut zu wissen ist auch, dass es seit Januar 2020 ein Kompetenzzentrum für BIM in Deutschland gibt. Obwohl Deutschland bisher beim Thema BIM im internationalen Vergleich hinterherhinkte, soll nun ein Fokus auf die digitale Planungsmethode gesetzt werden. Die Ministerien für Verkehr und Bau unterstützen das Kompetenzzentrum mit Sitz in Berlin. Die Leitung des Kompetenzzentrums liegt bei der Gesellschaft für Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens, „planen-bauen 4.0“. Weitere Geschäftsstellen des BIM-Kompetenzzentrums sollen folgen. Sie werden unter anderem den Mittelstand beim Einsatz der digitalen Gebäudemodellierung unterstützen.

Die verschiedenen Stufen des Building Information Modeling

Beim Begriff „BIM“ denken die meisten Menschen nur an ein 3D-Modell. Dieses ist immer ein wichtiger Bestandteil einer digitalen Lösung für Bauprojekte, kann jedoch beliebig erweitert werden. Wichtig ist bei BIM die Tatsache, dass zahlreiche Daten-Ebenen in der Software zu erkennen sind. Neben den drei räumlichen Dimensionen gibt es die Möglichkeit, die Bauwerksdatenmodellierung weiter zu fassen:

  • 4D BIM enthält die saubere Dokumentation aller zeitlichen Fortschritte im Planungs- und Bauprozess
  • 5D BIM enthält zusätzlich die Kostenkalkulation sowie Informationen zur Ausschreibung und zu möglichen Kostenänderungen
  • 6D BIM enthält Angaben zu Aspekten der Gebäudenachhaltigkeit und eignet sich daher besonders gut für grüne Projekte, hilft aber zum Beispiel auch dabei, die Vorschriften des Energieausweises von Anfang an einzuplanen
  • 7D BIM enthält zusätzlich Daten und Informationen zum laufenden Gebäudebetrieb, und ist daher zum Beispiel für das Facility Management ideal geeignet

Wie kann ich BIM in meinem Unternehmen umsetzen?

Um BIM zu nutzen, ist zunächst eine Weiterbildung der zuständigen Mitarbeiter nötig. Auch Architekten, die bereits CAD-Software beherrschen, müssen beim Thema BIM einige neue Aspekte lernen und umdenken. Die Bundesarchitektenkammer arbeitet daran, einen BIM-Leitfaden herauszugeben. Zudem bieten die verschiedenen Software-Firmen Fortbildungen an.

Beachten Sie, dass sich durch die Einführung der digitalen Gebäudemodellierung auch die Aufgaben im Team wandeln können. Neben dem sogenannten BIM-Manager werden auch „Autoren“, „Koordinatoren“ und „Nutzer“ auf die Software zugreifen und mit den Daten arbeiten.

Wenn Sie Interesse daran haben, zukünftig BIM-Software für Ihre Projekte zu nutzen, unterstützen wir Sie gern! Als Unternehmen für Vermessung sind wir dafür da, Ihre vorhandenen und geplanten Projekte detailliert auszumessen. Die vorhandenen Daten können Sie dann in die Software einspeisen, um ein genaues Bild der Rahmenbedingungen für Ihren Bau zu erhalten. Machen Sie jetzt den Schritt hin zu mehr Digitalisierung, um mit der Zeit zu gehen und zukünftigen Krisen gewachsen zu sein!