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Gebäudeeinmessung

 

Die Gebäudeeinmessung (Schlusseinmessung) ist die Vermessung des Bauvorhabens nach Fertigstellung. Die Gebäudeeinmessung ist gemäß §21 des Hessischen Vermessungs- und Geoinformationsgesetz – HVGG Pflicht und dient der Fortführung des Liegenschaftskatasters.

Die Gebäudeeinmessung

Die Gebäudeeinmessung, auch Schlusseinmessung genannt, ist die Vermessung des Bauvorhabens nach der Fertigstellung.

Sie ist Teil der Katastervermessung, die im Alltag eine wichtige Rolle spielt und in der Regel zu den hoheitlichen Aufgaben gehört.

 

Der Liegenschaftskataster

Gemäß §21 des Hessischen Vermessungs- und Geoinformationsgesetzt (HVGG) ist die Gebäudeeinmessung Pflicht. Sie dient zur Fortführung des Liegenschaftskatasters.

 

Das Liegenschaftskataster beinhaltet landesweite Nachweise aller Grundstücke. So wird die Sicherung des Eigentums am Grund und Boden gewährleistet. Dies passiert gemeinsam mit dem Grundbuch. Ist die Einmessung also durchgeführt, werden die Daten an das Katasteramt zur Aktualisierung übermittelt. Später erhalten die Eigentümer oder Bauherren einen Auszug der Katasterkarte mit dem neu eingetragenen Gebäude.

In welchen Fällen erfolgt die Einmessung?

Wird nun also ein Gebäude auf einem Grundstück erbaut oder in seinem Grundriss verändert, entsteht für den Eigentümer die gesetzliche Verpflichtung, das Gebäude einmessen zu lassen. Als Gebäude gelten dabei alle überdeckten baulichen Anlagen, die für den Schutz von Menschen, Tieren und Sachen dienen. Auch Gebäude, die für die Produktion von Gütern gebraucht werden, fallen dazu.

Ist das Gebäude nach August 1972 erbaut oder verändert worden, unterliegt es der Einmessungspflicht. Auch Wintergärten, unterkellerte Terrassen und Garagen und jegliche Anbauten zählen dazu. Nur Veränderungen, die keinen Einfluss auf den Grundriss haben, sind nicht einmessungspflichtig.

Behelfsbauten, die nur zeitlich begrenzt errichtet sind, Gebäude von geringer Bedeutung für das Liegenschaftskataster (z.B. Gartenhäuser, Carports) und Anbauten mit einer kleineren Grundrissfläche als 10m² sind nicht einmessungspflichtig.

Was wird vermessen?

Die Gebäudeeinmessung dient zur Aktualisierung des vorhandenen Gebäudebestands. Ausgemessen werden die Ecken des Gebäudes. Zum Vergleich älterer Messungen werden auch Längen der Gebäudeseiten erfasst.

 

Wie wird vermessen?

Bei der Gebäudeeinmessung werden unterschiedliche Verfahren angewendet. Dies kommt auf das zu vermessende Projekt an. Generell geht es darum, einen eindeutigen Bezug zur Grundstücksgrenze zu ermitteln.

Die Fachverwaltung der Länder haben für die Art und den Umfang der Durchführung technische Verfahren und Messmethoden definiert. Dabei sind Präzision und Detailumfang geregelt. Die Ergebnisse der Gebäudeeinmessung können also auch für baurechtliche Fragen verwendet werden. Dies kann bei neu gebauten Gebäuden selbst, ihren Ausdehnungen, die Stellung zur Begrenzung und zur Abstandsfestsetzung verwendet werden.

 

Wann muss man eine Gebäudeeinmessung beantragen?

Nach dem Abschluss der Baumaßnahmen, die den Grundriss des Gebäudes verändert haben oder nach dem Fertigstellen des Gebäudes, muss der Eigentümer die Gebäudeeinmessung beantragen. Die Regelungen finden sich im §16 des Katastermodernisierungsgesetzes.

Wenn ein Gebäude errichtet wurde, teilt die Bauaufsichtsbehörde dem Katasteramt diese Information mit. Daraufhin fordert das Katasteramt den Eigentümer auf, die Gebäudeeinmessung in Auftrag zu geben.

 

„Einmessungsverfahrens vom Amts wegen“

Versäumt der Bauherr bis zur Rohbaufertigstellung eigenständig eine Einmessung zu beantragen, ist die Vermessungsstelle verpflichtet, dem Bauherrn eine Ankündigung („Einmessungsverfahrens vom Amts wegen“) zukommen zu lassen. Nun hat der Bauherr 21 Tage Zeit, um die Einmessung einer Vermessungsstelle seiner Wahl zu beauftragen. Andernfalls beginnt das Einmessungsverfahren durch die Vermessungsstelle des Amts. Nachzulesen sind diese Regelungen im Änderungsgesetz vom 4.3.2010 in §21 (3).

 

Gebühren bei der Gebäudeeinmessung

Die Gebühren der Gebäudeeinmessung werden nach der Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (VwKostO-MWEVL) ermittelt. In welcher Höhe die tatsächlichen Gebühren erhoben werden, hängt vom Einzelfall ab. Gerne können wir Ihnen eine erste Einschätzung zukommen lassen!

 

Problematiken bei der Gebäudeeinmessung

Oftmals erzeugt die Gebäudeeinmessung Unverständnis der Bauherren über die Notwendigkeit des Verfahrens. Da im Zuge der Baugenehmigung die Gebäudeabsteckung vor Baubeginn bereits die Stellung des Gebäudes voraussagt, seien die Gebäudeeinmessungen bei der Fertigstellung nicht mehr unbedingt notwendig.

Allerdings sollte man bei solchen Beschwerden einiges beachten. Der Regelfall sollte so aussehen, dass sich die Rohbaumaßnahmen auf die Gebäudeabsteckung stützen. In der Praxis gibt es aber oft während des Bauens Ausführungstoleranzen oder auf Grund kurzfristiger Entscheidungen Maßveränderungen am Gebäude.

So kann nur die Gebäudeeinmessung die tatsächliche Ausdehnung des Objektes erfassen.

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