Vermessung und Geoinformationssysteme

Sep 5, 2022 | Vermessung & Geodäsie

Wer sich mit dem Thema Vermessung beschäftigt, stolpert schnell über den Begriff „Geoinformationssystem“. Doch was ist damit eigentlich genau gemeint? Und warum sind GIS-Daten so wichtig für die Vermessung? Hier lesen Sie alles über diese wichtige Datengrundlage!

Was ist ein Geoinformationssystem (GIS)?

Ein geografisches Geoinformationssystem oder GIS dient der Erfassung, Verwaltung und Analyse von geografischen Daten. Dies sind zum Beispiel Angaben zur Topographie, aber auch zu demografischen und wirtschaftlichen Angaben. GIS-Softwares bieten Methoden und Tools, um diese räumlichen Daten zu analysieren und zu visualisieren. Das geht typischerweise mithilfe von Karten und auch Grafiken.

Geoinformationssysteme enthalten neben Daten und Software auch die benötigte Hardware. Selbst eine klassische Karte zum Auffalten ist ein Geoinformationssystem. Digitale GIS bieten heute als Kommunikationstechnologie ganz neue Möglichkeiten, um etwa Beteiligungsprozesse zu gestalten oder bestimmte Entwicklungen im Verlaufe der Zeit zu zeigen.

Wofür wird ein GIS benötigt?

Ein Geoinformationssystem dient der Geoinformatik als wichtiges Werkzeug. So wie ein Textverarbeitungsprogramm für Autoren oder eine Tabellenkalkulation für Mathematiker ist das GIS die Grundlage für die Arbeit von Geografen – und Vermessern!

Darüber hinaus bieten GIS viele weitere Möglichkeiten. Sie helfen dabei, über die Berufsgrenzen hinaus das Verständnis für die Relevanz von Geoinformationen zu wecken. Mithilfe der Analyse und Visualisierung von Geodaten lässt sich ein Dialog über aktuelle Fragen aus der Stadt- und Raumplanung sowie der Vermessung ins Leben rufen. Zudem helfen GIS dabei, den Erfahrungsaustausch zwischen Interessierten und Experten zu ermöglichen.

Heute wird GIS in zahlreichen Bereichen eingesetzt, etwa im Verkehr, in der Umweltplanung, Tourismus, bei Immobilien sowie im Marketing. Die Darstellung verschiedenster Daten in einem räumlichen Kontext hilft dabei, diese zu untersuchen und komplexe Zusammenhänge darzustellen und zu verstehen.

Nicht zuletzt sind Geoinformationssysteme sehr wichtig für Geografinnen und Geografen, die ihre Kenntnisse in Disziplinen wie der Geomatik, der Informationstechnologie oder der Geodäsie erweitern möchten. Kurse in diesem Bereich sind entsprechend beliebt und werden an Universitäten, aber auch von unabhängigen Anbietern durchgeführt.

Textlicher Inhalt in englischer Sprache.

Wie ist ein Geoinformationssystem aufgebaut?

Ein Geoinformationssystem besteht aus den folgenden vier Bestandteilen:

  • Hardware: Die Computerhardware ist nötig, um Daten zu speichern und zu verarbeiten. Zur Anzeige von Grafiken ist der Bildschirm nötig. Auch Geräte wie Scanner und Drucker sowie GPS-Instrumente und Tachymeter zur Erhebung von Daten sind Teil der GIS-Hardware.
  • Software: Mithilfe von GIS-Software werden die Daten zugänglich gemacht. Hier können sie eingelesen und bearbeitet werden. Hinzu kommen Schreib- und Bildbearbeitungsprogramme sowie Tabellenprogramme.
  • Daten: Digitale GIS-Daten enthalten geografische Informationen. Sie werden mithilfe der Hardware und Software zugänglich. Dabei hängt das Resultat stets von Größe und Anzahl sowie von der Qualität der Daten ab. Je nach Themengebiet enthalten die Daten Fachinformationen wie Geodaten, Luftbilder oder Höhenmodelle.
  • Anwendung: GIS-Applikationen sind dazu da, digitale Karten auf dem Computer oder auf dem Smartphone zu öffnen. Hier können zudem personalisierte Karten erstellt und vorhandene Karten bearbeitet werden.
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Wie verarbeiten Geoinformationssysteme ihre Daten?

GIS sind nach dem EVAP-Modelle aufgebaut: Erfassung, Verwaltung, Analyse und Präsentation von Daten. Dies sind die vier Bereiche der GIS in der Übersicht:

1. Erfassung: Zur Datenverarbeitung sind zunächst Methoden zur Datengewinnung nötig. Dies sind klassische Vermessungen und Kartierungen. Auch empirische Methoden sowie Fernerkundungen und Datenübernahmen sind denkbar. Immer häufiger kommen Sensoren zum Einsatz, um etwa Daten zur Luftqualität zu erfassen.

2. Verwaltung: Geodatenbanksysteme dienen dazu, die erhobenen Geodaten zu speichern und verfügbar zu machen. Hier finden sich geometrische und topologische Modelle, Sachdaten sowie Abbildungen von Realwelten wie etwa Geoobjekte (Das sind tatsächlich vorhandene Objekt, die mittels Geodaten eindeutig referenzierbar sind).

3. Analyse: Um mit den Datenbanken zu arbeiten, ist ein Analyse-Tool nötig. In Form einer Software oder Applikation erlaubt es die geometrische, topologische, temporale oder thematische Analyse von Geodaten. Auch kombinierte Analysen sind denkbar. Mengen-Operationen, Verschneidungen und räumliche Statistiken helfen bei der Analyse.

4. Präsentation: Interessierte sehen am Ende vor allem die Präsentation der Geodaten. Dabei handelt es sich um eine grafische Benutzerschnittstelle, die die Kommunikation zwischen Nutzer und System erlaubt. Hier ist die Kommunikation zwischen Nutzer und System im Rahmen interaktiver Web-Apps und Karten, Tabellen oder Diagrammen möglich.

Wo trifft man im Alltag auf ein Geoinformationssystem?

Geoinformationssysteme sind ein fester Bestandteil des modernen Alltags. Auch Personen, die sich weder mit GIS noch mit Vermessung auskennen, nutzen schon früh am morgen Geodaten, etwa, wenn sie das Wetter für den Tag überprüfen. Der Arbeitsweg, der mithilfe von Google Maps oder Waze geplant wird, basiert ebenfalls auf Geodaten.

Wer ein Flugzeug am Himmel sieht und dieses mit einer App wie Flightradar24 scannt, um mehr über seine Route zu erfahren, nutzt ebenfalls GIS. Und selbst die Freigabe von Standortdaten über das Smartphone beruht auf Geoinformationssystemen, die eng mit dem Marketing, aber auch mit Themen wie Sicherheit und Reiseplanung verknüpft sind. Im Urlaub sind GIS-Applikationen gar nicht mehr wegzudenken.

Was hat die Vermessung mit GIS zu tun?

Die Vermessung ist eine Disziplin, die für die Datenaufnahme und Datenverarbeitung zuständig ist. Zudem modelliert und präsentiert sie Daten, etwa zur Größe von Grundstücken oder zur Lage von Grenzen. Dabei sind GIS nicht wegzudenken. Denn Vermesser nutzen den ganzen Prozess der Bearbeitung und Erstellung eines Geoinformationssystems, um ihre Arbeit zu verrichten.

Eine Zukunft ohne GIS?

Eine Zukunft ohne GIS ist nicht vorstellbar. Die Informationssysteme bieten umfangreiche Analysemöglichkeiten, einen ständigen Zugriff auf aktuelle Datenbestände und eine wissenschaftliche Arbeitsweise. Sei es bei der Navigation, bei der Analyse des Wetters oder selbst für die Erfassung der Rundfunkteilnehmer. Auch bei Veranstaltungen dient GIS als Werkzeug, um beispielsweise Großveranstaltungen im Bereich Planung, Durchführung, den nachhaltigen Ressourceneinsatz und die Erhöhung der Sicherheit zu optimieren und besser einzuschätzen. GIS ist also in unzähligen Prozessen nicht wegzudenken.
Als Vermessungsbüro arbeiten wir täglich mit Geoinformationssystemen und kennen uns hervorragend aus. Sie haben Fragen rund um dieses spannende Thema? Kontaktieren Sie uns gern!

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